Feuchtigkeitsblasen bei altem PLA im Sommer vermeiden

· von Hannah Schmidt · 3 Min. Lesezeit

Feuchtigkeitsblasen bei altem PLA im Sommer vermeiden

Warum PLA im Sommer besonders anfällig ist

PLA ist hygroskopisch, saugt also Feuchtigkeit aus der Luft wie ein Schwamm und speichert sie im Material. Im Sommer klettert die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnungen und Kellern schnell über 60, manchmal 70 Prozent. Eine Filamentrolle, die schon ein Jahr offen im Regal steht, hat in dieser Zeit erstaunlich viel Wasser eingelagert, oft deutlich mehr, als man ihr ansieht.

Sobald das Material durchs Hotend läuft (190 bis 220°C), verwandelt sich das eingeschlossene Wasser schlagartig in Dampf. Der sucht sich dann seinen Weg nach außen, mitten durch das geschmolzene Filament, und genau das hört man als Knistern oder Zischen an der Düse. Gleichzeitig entstehen die kleinen Blasen und Risse, die den Druck ruinieren.

Typische Anzeichen für feuchtes PLA

Altes PLA richtig trocknen

Methode 1: Filamenttrockner oder Dörrgerät

Wer einen Filamenttrockner oder ein Dörrgerät aus der Küche zur Hand hat, ist klar im Vorteil, das ist die zuverlässigste Lösung:

Methode 2: Backofen (mit Vorsicht)

Kein Trockner zur Hand? Der normale Backofen tut’s auch:

Richtwerte zur Kontrolle

Getrocknetes Filament erkennt man ziemlich eindeutig: Das Zischen beim Testdruck verschwindet, und die Oberfläche bekommt ihren Glanz zurück. Wer es genauer wissen will, legt ein günstiges Hygrometer in die Trockenbox oder nutzt einen Filamentsensor mit Feuchtigkeitsanzeige. Als Zielwert gilt: unter 20 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit in der Box.

Richtige Lagerung während der Sommermonate

Trocknen bringt wenig, wenn das Filament danach wieder tagelang in feuchter Raumluft herumliegt. Für die Sommermonate hat sich Folgendes bewährt:

Druckeinstellungen anpassen, wenn du nicht sofort trocknen kannst

Manchmal muss es eben schnell gehen, ohne Zeit zum Vortrocknen. Dann helfen diese Kniffe zumindest etwas:

Nur, ganz ehrlich: Das löst das eigentliche Problem nicht, es kaschiert es bestenfalls. Wer belastbare, sauber aussehende Teile will, kommt an einer gründlichen Trocknung nicht vorbei.

Fazit

Blasen und Zischgeräusche bei altem PLA im Sommer sind kein Druckerdefekt und keine kaputte Düse, sondern schlicht eingelagertes Wasser im Filament. Mit konsequentem Trocknen bei 45-55°C über mehrere Stunden, anschließend luftdichter Lagerung mit Silicagel und ein bisschen Geduld lassen sich auch Jahre alte Rollen wieder zu sauberen, blasenfreien Drucken verarbeiten. Und wer in den feuchten Sommermonaten regelmäßig druckt, sollte sich ernsthaft eine dauerhafte Trockenbox anschaffen, das spart auf Dauer Material, Zeit und ziemlich viel Nerven.

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